Der sicherste Platz im Revier?!



Es war einer dieser perfekten Frühlingstage, der 20. Mai 2024. Die Sonne schien, und ich war für ein paar Revierarbeiten draußen. Einiges war schon geschafft, und auf meiner To-Do-Liste stand nur noch ein letzter Punkt: die Maße eines Drückjagdbocks an einer wegnahen Pflanzung aufzunehmen. Ich plante, diesen Bock nachzubauen, also nichts wie hin.

Ich schritt den kurzen Pirschweg entlang. Dabei notierte ich mir gedanklich, dass das Mähen hier auf jeden Fall auf die Liste für den nächsten Einsatz musste. Das Gras war bereits beträchtlich in die Höhe geschossen – eine wahre Zeckenschleuder. Aber gut, erst einmal zum Sitz.

Dort angekommen, wollte ich gerade aufsteigen, um mit dem Messen zu beginnen. Doch was lag da direkt unter der Leiter? Im ersten Moment konnte ich es im dichten Gras gar nicht richtig ausmachen. Etwas rötliches... mit Punkten! Ein Kitz!

Regungslos, eng eingekringelt, verharrte das kleine Geschöpf dort unter dem Sitz im Gras. Es wartete gespannt ab, was ich wohl vorhaben würde. Was für ein schlauer Instinkt der Geiß! Sicher dachte sie sich: „Wo kann es sicherer sein als unter einer Jagdeinrichtung? Jäger jagen um diese Jahreszeit keine Kitze, und der Sitz hält vielleicht andere Raubtiere fern.“ Ein kluges Tier.

Mein Plan, die Maße zu nehmen, war damit für heute natürlich hinfällig. Ich wollte die Ruhe des Kitzes auf keinen Fall stören. Langsam und mit größter Vorsicht zog ich mich vom Sitz zurück zum Weg und freute mich unendlich über dieses unverhoffte Naturerlebnis. Der Drückjagdbock muss warten – dieses Kitz hat Vorrang.

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